Heizungssanierung
Die bisherigen Aktivitäten der Heizungskommission habe ich von Beginn an mit grossem Interesse verfolgt. Immerhin geht es hier um ein Thema, das uns eine für alle Beteiligten tragfähige Lösung für die nächsten Jahrzehnte bringen soll.
Deshalb finde ich es auch sinnvoll, dass die für den 10.6.2010 geplante a.o.MEV kurzfristig abgesagt worden ist.
Die Meinungsbildung vor einer derart elementaren Entscheidung ist enorm wichtig, zumal niemand genau sagen kann, wann unsere heutige Heizanlage tatsächlich ihren Geist aufgeben wird.
Ich habe mich mit den nicht zuletzt von der Fa. Weisskopf Partner GmbH vorgeschlagenen Varianten auseinandergesetzt. So ist mir die am 21.8.2009 (a.o.MEV) nur nebenbei getätigte Aussage, wonach Photovoltaik eine "schlechte Umsetzung" besitzt, irgendwie unangenehm in Erinnerung geblieben.
Inzwischen werden Holzschnitzel im Rahmen des Umweltschutzes eher als problematisch (Feinstaub) angesehen, unabhängig davon, dass wir in der Schweiz schon heute Holz importieren müssen.
Vermutlich dürfte die Abhängigkeit von ausländischen Energielieferanten (Oel, Gas, Holz etc) inskünftig eher noch zunehmen.
Sowohl Wärmepumpen aus auch die unbeschränkt zur Verfüfung stehende Kraft der Sonne dürften deshalb langfristig als Quelle nicht nur die Energieprobleme unseres Quartiers für alle Zeit lösen.
Dabei geht es meines Erachtens einmal mehr nicht "nur" um Solarenergie zu Aufbereitung von Warmwasser, sondern vollumfänglich um Photovoltaik, d. h. um die direkte Umwandlung von Sonnenenergie in elektrischen Strom.
Wenn ich mir vorstelle, dass die Energieversorgung bei Satelliten im Weltall schon seit Jahrzehnten ausschliesslich via Photovoltaik erfolgt, dass sogar photovoltaische Solarkraftwerke in Lawinenverbauungen ganze Dörfer mit Energie versorgen, dass grosse Einkaufszentren (z.B.Länderpark Stans) auf diese Weise ausschliesslich auf die Kraft der Sonne vertrauen, dann frage ich mich, weshalb wir ausgerechnet in unserem Quartier das Rad neu erfinden wollen, zumal unsere Flachdächer endlich einer sinnvollen Verwendung zugeführt würden.
Uns stehen u. a. in unserer Nachbargemeinde Hedingen mit der Fa. Schweizer Experten der Sonderklasse zur Verfügung. Deren Meinung zu unserer "Problematik" würde ich ebenfalls gern erfahren, bevor ich meine Meinungsbildung in die eine oder andere Richtung lenke.
Freundliche Grüsse
Bernhard Adamski
Heizen mit Solarstrom?
Welch verlockende Perspektive: eine saubere Elektroheizung, betrieben mit sauberem Photovoltaik-Strom!
Bei näherer Betrachtung ist die Perspektive leider nicht so verlockend. Elektroheizungen sind enorme Stromfresser und deshalb seit einigen Jahren schweizweit zu Recht verpönt. Solarzellen sind zudem noch viel zu wenig effizient, um die hohen kW-Leistungen zu erbringen, die das Heizen erfordert.
Konkret: Wollten wir die Bruggenmatt das ganze Jahr über mit einer eigenen Photovoltaikanlage heizen und mit Warmwasser versorgen, müssten wir für die benötigten 2'450 MWh/Jahr eine Fläche von gut 10 Fussballfeldern mit Solarzellen belegen. Weil wir zudem in der Nacht und bei schlechtem Wetter, vor allem aber im Winterhalbjahr, wenn die Heizung auf Hochtouren läuft, aus der Photovoltaik keinen oder viel zu wenig Solarstrom hätten, müssten wir einerseits gewaltige Speicherkapazitäten mit ineffizienten und teuren Akkumulatoren einrichten, anderseits fast immer erhebliche Mengen an Strom aus dem Netz dazukaufen. Das aber würde dem Trend zum Stromsparen krass zuwider laufen.
Viel besser ist es, Solarenergie zum Heizen via Sonnenkollektoren oder indirekt via Biomasse, also z. B. Holzpellets- oder schnitzel, zu nutzen. Solarzellen kann man trotzdem installieren, nicht zum Heizen, aber zur Deckung eines Teils des „normalen“ Strombedarfs oder zur Einspeisung ins Netz.
Siehe dazu auch die folgende Greenpeace-Webseite.
Alex
Heizen mit Solarstrom?
In der Sendung "Kassensturz" vom 5.5.2009 äusserte sich David Stickelberger vom
Fachverband Swissolar u. a. wie folgt:
"Die Schweiz hat im Vergleich zum Ausland viel aufzuholen. Es gibt noch ganz viele Dächer ohne Solaranlage. Auf diesen riesigen Dachflächen könnte man einen Drittel des gesamten Stroms und etwa die Hälfte des Wärmebedarfs mit Sonnenenergie decken"
Detaillierte Angaben zu diesem Beitrag.
Im übrigen schreibt der Anzeiger des Bezirks Affoltern am letzten Freitag im Zusammenhang mit dem "Solarpark" in Affoltern a/A "...weil auf dem Dach und an den Fassaden des Gebäudes eine Fotovoltaik-Anlage geplant ist, mit der jährlich zwischen 200'000 und 300'000 kw/h Strom produziert werden".
Ich verstehe selber zu wenig von dieser Technologie, finde sie aber derart spannend und mit Sicherheit Weg weisend, dass ich mir weitere Diskussionsbeitrage dazu von kompetenter Seite im Forum wünsche.
Im übrigen findet man auch in Bonstetten immer mehr Häuser, die mit Sonnenkollektoren zumindest als Ergänzung im Rahmen der Warmwasserversorgung umgerüstet werden oder bereits entsprechend ausgerüstet sind.
Gruss
Bernhard Adamski
Heizen mit Solarstrom?
Guten Tag miteinander
ich bin seit Neustem Eigentümerin des Häuschens Herenholzweg 27 und verfolge deshalb die Diskussion um die neue Heizung mit grossem Interesse. Freut mich, dass eine ökologische Heizung ernsthaft in Betracht gezogen wird.
Grundsätzlich würde ich eine möglichst umweltfreundliche Lösung befürworten, doch beim Vorschlag Solarstrom habe ich ganz praktische Bedenken. Wo gäbe es denn genügend Platz für die Solarpanele? Bei meinem Häuschen wird das Dach ja als Garten benützt??
Von daher tendiere ich eher zu einer Pelletsheizung, die doch viele Vorteile hat, nachdem leider eine Wärmepumpe kaum in Frage kommt.
Freundliche Grüsse
Yuka (Nakamura)
Heizen mit Solarstrom?
Vielleicht muss man wieder einmal kurz den Unterschied zwischen Solarzellen und Sonnenkollektoren erläutern. Erstere wandeln Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um (Photovoltaik), letztere "sammeln" Sonnenenergie in Form von Wärme und geben diese an ein flüssiges Medium ab, z.B. Wasser. Solarzellen haben zur Zeit einen Wirkungsgrad von gegen 20%, Sonnenkollektoren einen solchen von bis zu 80%. Wenn "solar" geheizt werden soll, dann ist somit die Heiz- oder Brauchwassererwärmung mittels Kollektoren die weitaus effizientere Sonnenenergie-Nutzungsart als das (weltweit kaum praktizierte) Heizen mit Strom aus Solarzellen.
Alex
Heizen mit Solarstrom?
"Erdoel gibt es noch etwa 50 Jahre, Kohle etwa 100 Jahre, Sonnenenergie steht uns
(noch) etwa 5 Milliarden Jahre zur Verfügung. Das sollte für uns Menschen eigent-
lich reichen..."
Diese Aussage stammt vom CEO der Firma Solarworld, die in der letzten Woche an-
lässlich der Messe "Inter Solar Europe" in München in allen Nachrichtensendungen
ausführlich vertreten war.
Allein in Deutschland (der sog. "grosse Kanton" besitzt in vielen Fällen eine Art
Vorbildfunktion) werden in den kommenden Jahren ca. 10 Mrd. Euro in Solarenergie,
d. h. hauptsächlich Photovoltaik via Solarzellen(!) investiert.
Ich weiss nicht, aus welchem Jahr die von Alex genannten Statistiken zum jeweili-
gen Wirkungsgrad stammen.
In Kalifornien werden Städte wie San Francisco und Los Angeles schon bald haupt-sächlich via Solarstrom (!) mit Energie versorgt. Sogar die Energieversorgung in
Europa via Solarstrom aus der Sahara wird in wenigen Jahren Realität sein.
Ganze Siedlungen(z. B. "im Moos" Zürich, Chemin de Florency, Lausanne etc.) werden inzwischen via Solarstromanlage System SOLRIF der Fa. Schweizer (Hedingen)
mit Elektrizität versorgt, wobei die überschüssige Energie (!) jeweils via Solar-
strombörse den jeweiligen Anbietern, u. a. EKZ, SIL etc. überlassen wird.
Im Anzeiger des Bezirks Affoltern konnte man kürzlich lesen, dass im geplanten SOLARPARK "auf dem Dach und an den Fassaden eine Photovoltaik-Anlage geplant ist, mit der jährlich zwischen 200000 und 300000 kw/h Strom produziert werden".
Ende des Zitats.
Mir geht es darum, in unserem Quartier nicht nur eine Uebergangslösung für die
offenbar marode (?) Heizungsanlage zu finden, von der niemand weiss, wann sie
tatsächlich den Geist aufgibt.
Deshalb erwarte ich, das Experten in unseren Reihen (dazu zähle ich mich mit
Sicherheit nicht!) alle Möglichkeiten in Erwägung ziehen und entsprechend aus-
werten, bevor wir uns grundsätzlich auf ein neues Energiesystem einlassen, das nicht zuletzt den Interessen der folgenden Bruggenmatt-Generation(en) gerecht
wird.
Bernhard Adamski
Sonnenenergie mit Zukunft?
Ausschnitte aus "immergenugstrom.ch"
Dank der Photovoltaik wird auch in der Schweiz jährlich mehr Strom aus Sonnenenergie gewonnen. 2008 trug sie bei einer installierten Leistung von 44 MW zu 0,054 Prozent der Schweizer Stromproduktion bei.
Photovoltaik
In der Schweiz ist bisher zumeist von der Photovoltaik die Rede. Sie nutzt das eintreffende Sonnenlicht, das durch Solarzellen direkt in Gleichstrom umgewandelt wird. Photovoltaik-Anlagen machen besonders in abgelegenen Berggebieten Sinn, wo der produzierte Strom zur Selbstversorgung genutzt werden kann. Ansonsten wird der Gleichstrom unter Energieverlust durch einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und ins öffentliche Netz eingespeist. Dabei profitieren Besitzer einer von Swissgrid zertifizierten Photovoltaik-Anlage seit dem 1. Januar 2009 von der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Aufgrund der grossen Nachfrage war das Kontingent für Photovoltaik innert weniger Monate ausgeschöpft. Alle Gesuche, die nicht mehr berücksichtigt werden konnten, wurden auf eine Warteliste gesetzt.
Da die solare Einstrahlung naturgemäss tages- und jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt, ist eine ausschliessliche Stromversorgung durch Photovoltaik nur bedingt möglich. Regulierbare Stromerzeuger wie Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke sind daher für die Sicherstellung einer lückenlosen Versorgung unabdingbar.
Weltweit ist der Photovoltaikmarkt in den letzten Jahren um über 30 Prozent pro Jahr gewachsen, insbesondere in Europa. In der Schweiz wurde 2008 ein Zubau von 11,5 MW verzeichnet. Damit waren Ende 2008 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 44 MW installiert. Die Jahresproduktion von gut 33 GWh trägt bisher allerdings lediglich zu 0,04 Prozent der Schweizer Stromproduktion bei. Neben der unregelmässigen Produktion gelten die Kosten als grosser Nachteil der Photovoltaik: in der Schweiz betragen sie derzeit je nach Lage und Ausrichtung der Anlage rund 90 Rp/kWh.
Solarthermische Kraftwerke
In solarthermischen Kraftwerken wird durch Spiegel die Sonnenstrahlung gebündelt und dazu genutzt, Flüssigkeiten zu verdampfen und mittels Dampfturbinen Strom zu erzeugen. Die Solarthermik kann dank Wärmespeichern Bandenergie liefern, das heisst sie kann auch während kürzeren Unterbrüchen in der Sonneneinstrahlung Strom produzieren. Deshalb wird der Solarthermik insgesamt das grössere Potenzial zugeschrieben als der Photovoltaik. Ausserdem erreichen solarthermische Kraftwerke einen höheren Wirkungsgrad als Photovoltaikzellen, sind aber nur in sehr sonnigen Breitengraden wirtschaftlich rentabel und werden daher in der Schweiz nicht gefördert.
Desertec
Über das Riesenprojekt Desertec, das sich die überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung im Nahen Osten und Nord-Afrika zu Nutzen machen will, ist in den Medien viel berichtet worden. Mithilfe von solarthermischen Kraftwerken, eventuell auch mit Photovoltaik und Windparks soll die Stromerzeugung und Wasserentsalzung in diesen Gebieten vorangetrieben werden. Ein Teil des erzeugten Stroms soll dann via Gleichstrom-Hochspannungsleitungen ins europäische Netz eingespeist werden. Am 30. Oktober 2009 erfolgte die Gründung der Planungsgesellschaft mit zwölf Trägerfirmen (u.a. Siemens, Deutsche Bank, Münchner Rück, ABB). Erstes Ziel ist die Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie, die 2012 vorliegen soll.
Heizen mit Solarstrom?
Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Solarstrom ist gut und wird zu Recht gefördert. Nur sollte man ihn nicht verheizen. Denn eine Elektroheizung braucht enorme kW-Leistungen, die die Photovoltaik im Moment bei weitem nicht liefern kann. Auch wenn wir alle verfügbaren Dachflächen mit Solarzellen belegen würden: wir müssten für eine Elektroheizung gewaltige Mengen Strom aus dem Netz dazu kaufen. Der Wirkungsgrad einer sehr guten (und noch bezahlbaren) Solarzelle liegt, ich kann's nicht ändern, heute bei rund 20% (siehe auch untenstehenden Link).
http://de.wikipedia.org/wiki/Photovoltaik
Alex
Heizen mit Solarstrom?
Freude herrscht!
Endlich kommt Bewegung in die allgemeine Diskussion!
Ich freue mich schon jetzt auf weitere Beiträge zur Meinungsbildung im "Forum".
Bei Peter bedanke ich mich für die Ausführungen zum Thema "Solarzelle von morgen".
Wir dürfen einfach nicht vergessen, dass wir schon fast täglich neue und immer
bessere Erkenntnisse zur "alternativen Energie" erhalten. Derartige Chancen dür-
fen wir nicht übersehen oder gar verpassen.
Die Gemeinde Stallikon wirbt inzwischen mit neuen Energieperspektiven. Hedingen gilt ohnehin als Weg weisend. Wann werden in Bonstetten entsprechende Plakate die Bevölkerung zusätzlich sensibilisieren?
Unser Quartier besitzt eine funktionstüchtige Energieversorgung. Darauf können wir uns voraussichtlich (allen Unkenrufen zum Trotz) auch noch in 5-10 Jahren verlassen.
Diese Zeit sollten wir nutzen, um in aller Ruhe, sachlich und gleichzeitig kon- sequent die uns beschäftigenden Fragen zu erörtern, bis wir eine überzeugende Lösung gefunden haben.
Bernhard Adamski
Heizen mit Solarstrom?
Hallo Alex
Im oben aufgeführten Artikel geht es nur um die Zahlen und bestätigen deine Aussagen. Dieser Artikel aber macht Hoffnung.
Heizen mit Solarstrom?
Ja, in der Tat: toll. In den nächsten Jahren wird sicher einiges passieren in Sachen Solarstrom. Unsere Heizzentrale tut's ja vielleicht noch bis dann. Wem in der Zwischenzeit die Unterstation aussteigt, kann ja bereits mal einen Elektroboiler anschaffen und Elektroöfeli in den Zimmern aufstellen. Zuerst aber beim Kanton nachfragen, ob er sie ab Netz betreiben darf, bis die neuen Solarzellen kommen.
Alex
... und die
... Elektröfeli werden dann mit einer Farbstoffsolarzellen-Folie überzogen und produzieren den benötigten Strom gleich selber :-)
